Leitbild und Geschichte

Leitbild und Geschichte2018-10-30T16:06:45+00:00

Project Description

Leitbild des Diakonischen Werks des Evang.- Luth. Dekanatsbezirks

Ingolstadt e.V.

 

Wir über uns

 

Das Diakonische Werk Ingolstadt ist ein eingetragener Verein.

Der Verein will innerhalb des Evang.-Luth. Dekanatsbezirkes Ingolstadt, Diakonie in zeitgemäßer Form ausüben und fördern. Er wird dort tätig, wo Menschen auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind. Zu seinen Aufgabengebieten gehören: Altenhilfe, ambulante Alten- und Krankenpflege, Aussiedlerhilfe, Bahnhofsmission, Behindertenhilfe, Ehe- und Lebensberatung, Erziehungs- und Familienberatung, Erholungshilfe, Gefährdetenhilfe, Jugendhilfe, Soziale Beratung, Betreuungsarbeit und Tätigkeit als Betreuungsverein.

Der Verein unterhält die dazu erforderlichen Einrichtungen und Dienste. Darüber hinaus fördert der Verein die Diakonie der Kirchengemeinden. Er berät bei der Planung und Durchführung diakonischer Aktivitäten.

 

So verstehen wir unseren Auftrag

 

Diakonie verstehen wir als Lebens- und Wesensäußerung der Kirche. Diakonisches Handeln hat deshalb den Auftrag Jesu Christi, sich den Hilfsbedürftigen und Schwachen zuzuwenden.

Wir achten die Würde jedes Menschen.

Diakonie tritt für diejenigen ein, denen die Kraft und – oder der Mut fehlt, für sich selbst zu sprechen.

Not kann jeden treffen.

Diakonie ist Helfen im Sinne des Jesus von Nazareth.

Wir verstehen uns als Anwalt der Schwachen.

Wir setzen uns ein für Menschen, die in Not geraten sind und Hilfe benötigen.

Für uns ist die Würde des Lebens nicht daran gebunden, woher der einzelne kommt, was er ist und was er kann.

Wir treten besonders für Menschen ein, deren Würde missachtet wird.

Wir begegnen neuen Herausforderungen kreativ und zuversichtlich.

In einer sich wandelnden Gesellschaft stehen wir für Wahrung und Weiterentwicklung einer der Humanität, Gerechtigkeit und Solidarität verpflichteten Gesellschaftsordnung ein.

Wir sind dort, wo uns Menschen brauchen.

 

Das Diakonische Werk Ingolstadt und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter auch viele Ehrenamtliche, setzen sich in den verschiedensten Arbeitsbereichen für ihre Mitmenschen ein.

 

Wir arbeiten als diakonische Einrichtung nach dem Prinzip der Gemeinnützigkeit; zur Erhaltung unserer Dienste führen wir unsere Einrichtungen nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit. Wir verpflichten uns zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Dienste und Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

 

Zur Geschichte der Diakonie in Ingolstadt

 

Seit 1899 gibt es organisierte, hauptamtliche evangelisch-diakonische Arbeit in Ingolstadt. Mit der Errichtung des Diakonissenhauses im ehemaligen protestantischen Pfarrgarten, mit der Einrichtung der „Kinderbewahrungsanstalt“ und der „Diakoniestation“ in diesem Diakonissenhaus und schließlich mit der Amtseinführung der beiden ersten Augsburger Diakonissen am 14. Mai 1899 wurde der feste Grund gelegt zu dem hochentwickelten, umfangreichen Gebilde, welches das Diakonische Werk Ingolstadt heute darstellt. Aber es ging eine lange Zeit gemeindegetragener, neben- und ehrenamtlicher organisierter Hilfe für die armen und in Not geratenen Glaubensgenossen am Ort voraus.

 

In der kleinen protestantischen Diasporagemeinde – immerhin der zweitältesten protestantischen Stadtpfarreigemeinde im einst rein katholischen Altbayern – gab es natürlich kein frühes Zentrum der Diakonie wie in Augsburg, Neuendettelsau oder Gunzenhausen/Hensoltshöhe und ging es auch nicht um große diakonische Apparate wie bei den „Stadtmissionen“ in Nürnberg, München und Augsburg.

Die frühe Ingolstädter Gemeinde des 19. Jahrhunderts war größtenteils Militärgemeinde, bei der es nur um gottesdienstliche Versorgung und Krankenseelsorge ging.

In der langen Zeit, nur nach Hunderten und wenigen Tausenden zählenden Zivilgemeinde, machte sich bald das Bedürfnis bemerkbar, neben der regelmäßigen pastoralen und schulischen Versorgung im eigenen Bekenntnis, für die immer wieder auftretenden Einzelfälle unverschuldeter und oft verschämter Armut und Not neben der familiären und nachbarschaftlichen Hilfe, auch systematische Hilfsmaßnahmen im Rahmen der eigenen Kirchengemeinde zu organisieren.

 

Sozialarbeit, auch außerhalb der Familie, war Frauenarbeit; organisierte Sozialarbeit war demnach Sache der Frauenvereine.

So verstand sich der im Jahre 1866 von Pfarrer Dr. Hermann Schick ins Leben gerufene „Evangelische Frauenverein“ von Anfang an als karitativer Hilfsverein, nach dem Vorbild des kurz zuvor (um 1850) gegründeten katholischen örtlichen St. Vinzentiusvereins und des wenig später (1870) gegründeten bürgerlichen Frauenhilfsvereins vom Roten Kreuz.

 

Aus den Mitgliedsbeiträgen und den Ergebnissen gezielter Sammelaktionen entwickelten die Frauen eine ganze Palette von Hilfsmaßnahmen: Kranken-, Wöchnerinnen-, Witwen-, Waisen- und Handwerksburschenunterstützung, Mietbeihilfen, Darlehen, Spenden von Schulbüchern, Schuhen, Kleidern und Strickwolle, Bereitstellung von Brennmaterialien und von Kosttischen, Ermöglichung von Konfirmandenausstattungen und Weihnachtsbescherungen für arme Schulkinder.

 

Zum eigentlichen Gründer und Organisator dieser Form von „innere Mission“ in Ingolstadt wurde Stadtpfarrer Georg Bauer (1878 – 1900), der den Evangelischen Frauenverein in diesem Sinne im Jahr 1879 reorganisierte und ihn sofort dem 1886 in Nürnberg gegründeten „Landesverein“ für „Innere Mission“ angliederte und mit entsprechenden neuen Statuten versah. Aus ähnlicher und erweiterter Zielsetzung „innerer Mission“ heraus organisierte er 1888 den örtlichen Evangelischen Arbeiterverein, aus dem später der Evangelische Verein wurde. Mit der Entwicklung der Ingolstädter Militärbetriebe wuchs der Arbeiteranteil in der Gemeinde und wuchs die soziale Not.

 

Angeregt durch die Existenz eines katholischen Krankenpflegevereins mit seinen Barmherzigen Schwestern gründete Pfarrer Bauer 1896 einen entsprechenden „Evangelischen Krankenpflegeverein“ und bewirkte so die Entsendung einer ersten Pflegeschwester aus dem Augsburger Diakonissen-Mutterhaus. 1898 gliederte er den Frauenhilfsverein als örtlichen Zweigverein dem „St. Johannisverein für freiwillige Armenpflege in Bayern“ an und ermöglichte dadurch, dass der Frauenverein 1899 – ohne finanzielle Belastung der Ortsgemeinde – zum Eigentümer und Träger des zu schaffenden Diakonissenhauses mit Pflegestation und Kindergarten werden konnte.

 

Der Erste Weltkrieg brachte nicht nur die freiwillige Einrichtung eines kleinen Vereinslazarettes in den Kindergartenräumen, über drei Kriegsjahre hinweg. Der Kriegsausgang steigerte von 1918 die soziale Herausforderung an die Gemeinde derart, dass Dekan Kirchenrat Ringler ((1901 – 1932) im Jahre 1919, also vor 80 Jahren, aufgefordert vom Landesverein für innere Mission, als weiteres Instrument sozialer Hilfstätigkeiten neben dem Evangelischen Frauenverein den Verein „Evangelische Frauenhilfe“ ins Leben rief.

 

 

 

Der Zweite Weltkrieg mit seinem Ausgang stellte die Gemeinde vor noch größere soziale Aufgaben. Nun galt es, zusätzliche Ausgebombte, Evakuierte, Heimatvertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgefangene und ehemalige ausländische Zwangsarbeiter mit ihren Familien zu betreuen. Die Gemeinde verdreifachte sich.

Ein „Evangelisches Hilfswerk“ entstand und erhielt schon 1946 eine Laden-Geschäftsstelle in der Milchstraße. Neue Kindergärten im Süd- und Nordviertel mussten entwickelt werden, die Jugendarbeit wurde 1946 hauptamtlich organisiert und schließlich (1955) einem Jugenddiakon anvertraut. Ein Kinderhort und ein Kinder-Ferienhort entstanden, Jugend- und Ferienheime in Riedenburg, Manching und Westerhofen kamen hinzu, für ein Jahrzehnt gab es den Versuch mit einem evangelischen Schülerheim (1959 – 1969). Wichtig wurde die Errichtung der Bezirksfürsorgestelle der Inneren Mission, ab 1955 ausgestattet mit hauptamtlichen Fürsorgerinnen; wichtig war auch der Aufbau und Ausbau vielfältiger Gemeindehelferinnen-Gruppen. 1966 kam mit der Errichtung einer gemeinsamen Erziehungsberatungsstelle ein erstes erfolgreiches Modell überkonfessioneller Zusammenarbeit zwischen Diakonie und katholischer Caritas zustande.

 

Am 23. November 1967 fand um 20 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Ingolstadt die Gründungsversammlung für den Verein „Diakonisches Werk für den Evang.-Luth. Kirchenbezirk Ingolstadt e.V.“ statt.

Nach der Eintragung ins Vereinsregister wurde im Jahr 1967 durch den Kauf des Hotels und Appartementhaus das Alten- und Pflegeheim Bienengarten gegründet.

 

Damit wurden alle die verschiedenen, von bereits zahlreichen haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragenen Aktivitäten zum „Diakonischen Werk“ unter Leitung eines hauptamtlichen Geschäftsführers zusammengefasst.

Erster erfolgreicher „Manager“ des modernen evangelischen Ingolstädter Sozialunternehmens wurde 1969 der Rummelsberger Diakon Werner Pusch.

Bis zu seiner Pensionierung am 31. August 1984 entwickelte sich der Verein sehr erfreulich, verschiedene Beratungsstellen sowie die beiden Diakoniesozialstationen in Ingolstadt und Karlshuld konnten gegründet werden.

Am 1. September 1984 übernahm Diakon Friedemann Götzger die Geschäftsführung des Diakonischen Werks mit seinen 89 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 11 Einrichtungen und Diensten.

Mit der Einweihung des Matthäus-Stifts am 27. September 1991 durch den Präsidenten des Diakonischen Werks Bayern, Dekan Heimo Liebl konnte das zweite große Seniorenheim für 116 Bewohnerinnen und Bewohner seine Tätigkeit aufnehmen.

 

 

Im Frühjahr 1998 wurde Diakon Christof Bayer als Nachfolger von Diakon Götzger vom Vorstand als Geschäftsführer berufen. Er übernahm den Verein mit 235 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 24 Einrichtungen und Diensten.

Durch die große Satzungsänderung im Jahr 2004 wurde Diakon Bayer zum alleinigen geschäftsführenden Vorstand berufen.