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Schuldner- und Insolvenzberatung

Schuldner- und Insolvenzberatung2018-12-17T08:44:03+00:00

Project Description

Schuldnerberatung

Von jetzt an werde ich nur so viel ausgeben, wie ich einnehme, selbst wenn ich mir dafür Geld borgen muß.

Mark Twain, US-amerikanischer Erzähler

Die Insolvenzberatung ist gefördert von:

bayerisches staatsministerium für familie arbeit und soziales

Unsere Überzeugung

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KLÄRUNG DER FINANZIELLEN SITUATION
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ERSTELLUNG EINES HAUSHALTSPLANES
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TRAGFÄHIGER ENTSCHULDUNGSPLAN
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SICHERUNG DES EXISTENZMINIMUMS

Die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle des Diakonischen Werkes Ingolstadt besteht seit Januar 1989 und verfügt über eine 20-jährige Erfahrung in der Beratung in unterschiedlichen Feldern.

Unser Schuldnerberatungs-Team besteht aus Fachkräften aus dem Sozialen Bereich mit wirtschaftlicher und/oder juristischer Zusatzqualifikation. Spezialisten aus dem Bankenbereich und Rechtsanwälte unterstützen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im wirtschaftlichen und juristischen Bereich wirken wir zeitnah an der Weiterentwicklung der modernen Schuldnerberatung mit.

Als eine der ersten Beratungsstellen bieten wir seit 1993 Präventionsprojekte, auch in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Soziale Arbeit der Universität Eichstätt, an und haben für zwei unserer Projekte bereits Auszeichnungen erhalten.
Durch hohe Qualitätsstandards in der Beratung unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte erarbeiten wir langfristige, verbindliche und nachhaltige Lösungen für unsere Klienten.

Damit sind wir seriöse und verlässliche Partner der Stadt Ingolstadt und der Landkreise Eichstätt und Neuburg-Schrobenhausen.

In der Schuldnerberatung der Diakonie steht der rat- und hilfesuchende Mensch im Mittelpunkt. Nicht Gewinnorientierung, sondern das Wohl unserer Klienten ist für uns wichtig. Wir grenzen uns dadurch auch klar von den gewerblichen Schuldenregulierern ab.

Unser ganzheitlicher Beratungsansatz erkennt den Rat- und Hilfesuchenden in seiner ganzen Person in seinem sozialen Umfeld. Aus langjährigen Erfahrungen wissen wir, dass reine Schuldenregulierung ohne klare Einbeziehung des Schuldners zum „Drehtüreffekt“ führen kann.
Wenn der Klient nicht selbst während des Beratungsprozesses lernt mit seinen Problemen umzugehen, bleibt er immer abhängig von Hilfe von außen.

Wir verstehen unter Professionalität die Sicht der Dinge auch aus den Augen der Schuldner zu sehen und zu verstehen lernen.

Der Ratsuchende ist Experte seines Lebens und er trägt allein die Verantwortung für Entscheidungen. Unser Ziel ist die Förderung selbständiger Problembearbeitung. Es geht vor allem um die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und Selbständigkeit der Schuldner.

Verlernte und verloren gegangene Ressourcen und Kompetenzen der Schuldner sollen reaktiviert, gefördert und gestärkt werden. Der Klient soll wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten bekommen. Durch kurzfristige Problemlösungen (wie z. B. der Erhalt des Girokontos oder die Beseitigung von Lohn- und Kontopfändungen) kann die Nachhaltigkeit der Schuldnerberatung (auch für die Kostenträger der öffentlichen Hand) nicht gesichert werden. Drehtüreffekte, wiederkehrende Überschuldungskrisen, verbunden mit der abnehmenden Aussicht einer wirtschaftlichen und sozialen Rehabilitierung, wären die leicht voraussehenden Konsequenzen für die Betroffenen.

Das Ziel unserer Beratung ist ein kompetenter Schuldner, der seine persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Angelegenheiten nach unserer Intervention wieder selbständig und vernünftig in die Hand nimmt.

Die verbindliche Beratungsqualität unseres ganzheitlichen Beratungsansatzes hat klare Vorgaben an die Beratungsquantität. Um langfristig qualitativ hochwertige Beratungsarbeit leisten zu können, haben wir unsere Beratungskapazität auf etwa 90 bis 100 langfristige Beratungsfälle je Vollzeitkraft/Jahr festgesetzt. Diese Zahl ist in Fachkreisen allgemein anerkannt. Höhere Beratungszahlen führen zu Einschränkungen in der Qualität der Beratung. Mangelnde Beratungsqualität ist letztendlich teuerer, da möglicherweise mehrmals beim Klienten „nachgearbeitet“ werden muss.

Je nach Konstellation des Einzelfalles und der Problemlage setzt sich die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes Ingolstadt im Laufe des Hilfeprozesses mit Dritten in Verbindung und wird vermittelnd tätig.

Vermittelnde Tätigkeit versteht sich als eine Möglichkeit der einvernehmlichen Regelung strittiger Fragen und Probleme, als Technik zur gütlichen Beilegung von  Konflikten und zur Erschließung und Nutzung von Anpassungspotentialen. Im Rahmen der Vermittlungstätigkeiten vereinbaren wir mit Dritten Vergleiche, Ratenzahlungen und Stundungen ab.
Dieses geschieht beispielsweise bei der Sicherstellung des notwendigen Lebensunterhalts, bei der Hilfestellung bei Pfändungen, Abtretungen und Aufrechnungen, beim Erhalt der Wohnung und des Arbeitsplatzes, Verhinderung von Ersatzfreiheitsstrafen, der Wahrnehmung von Schuldner- und Verbraucherrechten, der Erschließung von Unterstützung durch andere Personen und Stellen, der Verhandlung mit Gläubigern, Insolvenzgerichten und Treuhändern bei der Regulierung von Schulden.
Schuldnerberatung erfüllt daher auch eine volkswirtschaftliche Funktion. Die Gläubiger haben Vorteile durch Schuldnerberatung, indem interne Verwaltungs- und Rechtsverfolgungskosten reduziert, eine beschleunigte Forderungsabwicklung erfolgt und Forderungsausfälle vermieden werden können. Letztendlich wird der Hilfesuchende durch den Abbau der Überschuldung wirtschaftlich wieder reintegriert.

Eine erfolgreiche Vermittlung eines Arbeitslosen an einen neuen Arbeitsplatz wird oft durch verschiedenste Hemmnisse gefährdet. Dies kann durch rechtzeitige Einschaltung der Schuldnerberatung oftmals vermieden werden, indem z. B. bei Verlust des Girokontos durch Verhandlungen mit der Bank wieder die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglicht wird, was für den potenziellen Arbeitgeber meistens Voraussetzung für eine Einstellung ist.

Gleiches gilt auch für Schuldner, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, da die Unterbringung in einer so genannten „Obdachlosenunterkunft“ nicht nur den zukünftigen Arbeitgeber abschreckt ihn einzustellen, sondern auch dem Betroffenen selbst oft die Motivation für eine Arbeitsaufnahme nimmt. Auch in diesen Fällen können durch Verhandlungen mit dem Vermieter bzw. durch Einschaltung von Behörden eine Kündigung des Mietverhältnisses verhindert werden, in dem z. B. Ratenzahlungen auf die Rückstände bzw. Übernahme der ausstehenden Mieten auf Darlehensbasis vereinbart werden.
Erschwert wird die Arbeitslosenvermittlung auch durch drohende Pfändungsmaßnahmen, da einerseits neben der aufwendigen Errechnung des Pfändungsbetrages ein verschuldeter Arbeitssuchender für das Lohnbüro nicht immer als zuverlässig und vertrauensvoll gesehen wird und andererseits der Arbeitssuchende häufig fälschlicherweise annimmt, dass aufgrund der Lohnpfändung kaum genug vom Verdienst verbleibt. Hier kann gezielte Aufklärung durch den Schuldnerberater über die Pfändungsfreigrenzen schnell Klarheit schaffen und verstärkt so die Bereitschaft sich um eine Tätigkeit zu bemühen. Durch vorbeugende Maßnahmen und Verhandlungen mit den Gläubigern werden zukünftig Lohnpfändungen verhindert.

Schuldnerberatung bedeutet Kostenersparnis für die Allgemeinheit. Mit Hilfe von Schuldnerberatung kann die Integration in den Arbeitsprozess gelingen und somit erhebliche Kosten, die durch die Zahlung von ALG I, ALG II bzw. Zuschüsse in Form z. B. von Wohngeld entstehen und die aufgrund der Arbeitslosigkeit von der Allgemeinheit getragen werden, wegfallen. Durch die Arbeitsaufnahme ist auch die Teilnahme als vollwertiger Konsument am Wirtschaftsleben wieder möglich. Statt dauerhaften Inanspruchnahme von öffentlichen Mitteln besteht nun die Möglichkeit, durch Einkäufe, Teilnahme am kulturellen und sozialen Leben zum wirtschaftlichen Wachstum beizutragen.

Nachgewiesen ist ebenfalls, dass Schulden krank machen können. Eine erfolgreiche Schuldnerberatung kann helfen, den Gesundheitsprozess voran zu treiben und somit dem Betroffenen zu ermöglichen den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu schaffen. Krankheitsbedingte Folgekosten, entstanden durch langwierige Behandlungen von psychischen Erkrankungen, Alkoholismus oder Drogenmissbrauch, können eingespart werden.

All dies sind Kosten, die von der Gemeinschaft getragen werden müssen. Somit wird jetzt plausibel, dass ein Euro, der für die Finanzierung der Schuldnerberatung investiert wird, langfristig zwei Euro Ersparnis für die Allgemeinheit und den einzelnen Bürger bedeutet. Untersuchungen haben dies bereits eindeutig bestätigt.

Wir sehen unsere Aufgabe in der Schuldnerberatung darin, denjenigen Menschen, die sich selbst nicht oder nicht mehr helfen können, fachlichen Rat sowie Hilfe und Unterstützung anzubieten. Unsere Zielsetzung ist es, gemeinsam mit den Betroffenen eine individuelle Lösung für die vorliegende Überschuldungs­problematik zu finden, die die Fähigkeiten und Lebensvorstellungen des einzelnen weitestgehend berücksichtigt.

Was hier gesprochen wird bleibt hier!

Die Inhalte der Beratungsgespräche unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht, das heißt, alles, was in einem Gespräch mit der Schuldnerberatung berichtet und besprochen wird, unterliegt der Verschwiegenheit und wird absolut vertraulich behandelt.

Schuldnerprävention

Präventionsarbeit der Schuldnerberatung

Die tägliche Arbeit in der Schuldnerberatung zeigt, daß die Grundlagen für viele Schuldenkarrieren bereits in der Kinderheit angelegt werden und Präventionsangebote umso besser greifen, je früher sie einsetzen. In Zusammenarbeit mit Ingolstädter Schulen, Stadtteiltreffs, Kirchengemeinden, der Universität Eichstätt und dem Ingolstädter Regionalsender IN-TV wurden im Lauf der Jahre unterschiedlichste Projekte realisiert.

Geld ausgeben will gelernt sein…

  • weil Konsum in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist
  • weil Waren heutzutage so entwickelt und vermarktet werden, daß wir sie haben wollen, auch wenn wir sie nicht unbedingt brauchen
  • weil es leicht gemacht wird, mehr Geld auszugeben als man tatsächlich zur Verfügung hat
  • weil Sparen, Verzichten und das Aufschieben von Wünschen als altmodische Tugenden gelten
  • weil mangelndes Selbstbewußtsein und persönliche Defizite häufig mit materiellem Konsum kompensiert werden
  • weil grundlegende Kenntnisse über finanzielle Zusammenhänge fehlen
  • weil Kinder und Jugendliche wirtschaftlich unerfahren sind und lebenspraktische Dinge in Schule und Elternhaus nicht ausreichend vermittelt werden
  • weil schon junge Menschen in die Schuldenspirale geraten

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